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Automobil

Ford Puma: Und dass mir bloß niemand den Stoppel rauszieht

    Ein 11,5-kW-Elektromotor unterstützt den Turbo-Benziner. Nennt sich Mildhybrid und soll den Durst minimieren. Aber tut es das auch? Dann war da noch die Sache mit der Wanne

    Die Sache mit den Gadsen-Anspielungen hatten wir im Sommer schon beim Jaguar F-Type durchgekaut. Jetzt geht das mit dem Puma weiter. Da fällt es aber weniger schwer, auf Wortspiele zu verzichten – denn eine echte Raubgadse ist das so oder so nicht. Was erst einmal nichts Schlechtes ist. Der F-Type ist ja per se kein Auto, das für denn Alltag gemacht ist. Der Puma hingegen schon.

    Mit dem alten Ford Puma hat dieser SUV-Crossover nicht mehr allzu viel gemein. Die gewöhnungsbedürftige Käfer-Optik des Vorgänger-Modells ist zwar noch zu erahnen, dafür hat der Neue mit seinem großen Kühlergrill etwas Edles an sich. Dazu noch die dynamischen Stromlinien in der Karosserie, das macht schon etwas her.

    Mit doppeltem Boden

    Und diese Wertigkeit setzt sich drinnen fort. Der Innenraum ist super verarbeitet, die orange-roten Nähte der uns zur Verfügung gestellten ST-Edition runden das sportliche Design ab. Besonders das Lenkrad hat es uns mit gutem Griff und Aufbau angetan.

    Schaut man sich den Kofferraum etwas genauer an, dann fällt einem nicht nur das durchaus solide Platzangebot auf, das man zur Verfügung hat, wenn man denn den doppelten Boden rausnimmt – sondern auch dieser kleine Stoppel. Nimmt man den raus, schaut man mir nichts, dir nichts auf die Straße darunter. Nett also für Leute, die mit ihren dreckigen Wanderstiefeln nicht das Auto vollsauen wollen. Einfach rein da, zu Hause rausholen und mit Wasser ausspülen.

    Aber wichtig ist immer noch hinter dem Lenkrad. ST bedeutet bei Ford vor allem eins: sportlich abgestimmtes Fahrwerk. Und das merkt man, vor allem im Sport-Modus. Da hilft der 11,5-kW-Elektromotor, wo er nur kann, um den Turbo-Benziner auf Hochtouren zu bringen. Und das macht richtig Spaß. Die Kurven der L120 von Tulln nach Wien verschlingt der Puma wie … nein, eben nicht wie eine Raubgadse …, sondern so, wie ein gut eingestellter Crossover das eben macht. Zur Abwechslung ist der Puma auch noch ein Auto, das sich nicht zu schade ist, mit einer manuellen Gangschaltung daherzukommen, die dabei auch noch knackig den Anweisungen des Fahrers folgt.

    Kein schlechter Wert

    Gut, hätten wir den Spaßfaktor abgehakt, aber wie bereits erwähnt, ist der im rumänischen Ford-Werk Craiova gebaute SUV ja ein Alltagsauto, und ein solches holt man sich nicht unbedingt für den Spaß.

    Laut Ford soll der Puma 5,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, unser Testwert lag mit rund sechs Litern nur leicht darüber. Und das, obwohl wir den Sport-Modus öfter genutzt haben, als wir gerne zugeben würden. Das ist für einen Crossover kein schlechter Wert, vor allem, wenn man bedenkt, dass sich der Puma mit seinen rund 125 PS in Normal- und Eco-Modus ebenfalls gut und zügig genug auf Autobahn, Land- und Stadtstraße fahren lässt.

    Ansonsten hat das Teil alles, was das Herz begehrt: benutzerfreundliches Navi, Entertainment-System samt Bluetooth-Verbindung, diverse Hilfen wie Spur-Assistent oder den Hinweis, dass der Beifahrer nicht angeschnallt ist, obwohl dort nur ein harmloser Rucksack draufsteht, verdammt noch mal …

    Das alles lässt sich Ford bezahlen. Der ST ist ab rund 28.000 Euro zu haben, unsere Version kommt mit rund 34.000 Euro daher. Wie war das noch mal mit Alltagsauto?

    Source- derstandard.at

      Lam Taggart

      The author Lam Taggart